Es ist schon etwas her, da twitterte @kieliscalling zu #Zombiber „Deine Haie sind Geschichte! @schaarsen“ und der antwortete nur mit einem „NIEMALS!“.

War es mein Drang nach „Friede, Freude, Eierkuchen“ oder die pure Neugier, die mich dazu bewegte, mir „Zombiber“ und das Hailight „Sharknado“ anzusehen, um einen Vergleich anzustellen?
Ich weiß es nicht mehr, aber es ist auch nicht mehr wichtig. Ich habe beide gesehen 🙂

Sharnado

Vor einiger Zeit hörte ich in der ersten Episode des Haialarm-Podcasts (Hörempfehlung!) vom Film „Sharknado“, dem wohl bekanntesten Vertreter der Hai-Trash-Filme.

Ich zitiere die Kurzbeschreibung:

„Ein gigantischer Wirbelsturm, der vor der kalifornischen Küste einen Haischwarm erwischt und mit in die Luft gerissen hat, bewegt sich auf Los Angeles zu. Fin, der Eigentümer einer Surfer-Bar am Strand von Long Beach, muss entsetzt mit ansehen, wie der Sturm und ein schier unaufhörlicher Regen gigantischer weißer Haie sein Lebenstraum zerstört. Zusammen mit seinem besten Freund Baz, seiner Freundin und dem alten Säufer George macht er sich daran, bewaffnet mit Kettensägen und Schrottflinten, seine Ex-Frau April und seine beiden Kinder vor diesen fliegenden Fressmaschinen zu schützen. Doch dies ist ein fast hoffnungsloses Unterfangen, da der Sturm auch das Meerwasser immer mehr in die Stadt hineingedrückt hat und die Gruppe sich nun auch noch vor den Haien, die durch die überfluteten Straßen schwimmen, schützen muss.“

Wenn ich den Film auf die reine Handlung reduziere, ergibt sich ein „gewöhnlicher“ Plot:
Heldenhafter Ex-Mann begibt sich auf den Weg, seine Ex-Frau und seine Kinder zu retten. Ex-Frau und Kind Nr. 1 wollen erst einmal nicht gerettet werden, werden dann aber eines besseren belehrt. Auf dem Weg zu Kind Nr. 2 erleben sie viele Gefahren und der Held rettet nebenbei noch einen Haufen Kinder. Bei Kind Nr. 2 angekommen wird ein Plan ausgeheckt, die Katastrophe abzuwenden … 

Nach dem Film hatte ich dann nur noch zwei offenen Fragen.
Wie kann man so viele grausam schlechte und unnütze Dialoge in einem Film unterbringen und wie bekommt man solche üblen, schlecht animierten Specialeffects hin?

Die Dialoge wirken teilweise so, als ob den Darstellern eine minimale Wortanzahl vertraglich zugesichert wurden und dafür unnütze Dialoge mit eingebaut werden mussten.
Eigentlich bin ich ein Mensch, der in einem solchen Film keine weltbewegenden Texte erwartet, aber das gebotene war doch schon hart an der Grenze des Erträglichen.

Die Specialeffects stammen bei Sharknado anscheinend komplett aus dem Computer. In der heutigen Zeit kann man das natürlich auch gut machen, haben doch selbst die Konsolenspiele mittlerweile einen hohen Fotorealismus erreicht.
Leider ist das bei Sharknado (bewusst?) schief gegangen und die Effekte sind komplett als CGI zu erkennen.

Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht!

Nach sehr kurzer Zeit habe ich alles oben genannte hingenommen, mir eine Haimütze aufgesetzt und Sharknado als einen bewusst trashig inszenierten Film gesehen. Und dann hatte ich richtig Spaß.

Unter dem Strich habe ich mich also super unterhalten gefühlt und würde dem Film 5 von 5 Trashsternchen geben. „Leider“ habe ich schon Sharknado 2 gesehen und gemerkt, dass es noch trashiger geht!

Für alle, die mal einen Blick darauf werfen wollen, hier der Originaltrailer (eine deutsche Version habe ich bei Youtube leider nicht gefunden)


Zombiber

Der Trailer von diesem Film sprach mich sofort an.
Zum Glück konnte ich den Film dann auch recht schnell an Halloween, mit einer zum Teil sehr angetrunkenen Schar von Filmbegeisterten, im Studio Kino genießen.

Zu dem Film habe ich auf die Schnelle keine Kurzbeschreibung gefunden, aber der Plot ist auch hier schnell erklärt:

Zwei minder intelligente LKW-Fahrer verursachen eine haarsträubenden Unfall (erster großer Lacher im Kino!) und verlieren dabei ein Fass mit irgend so einem hoch toxischem Zeug, das natürlich im nahe gelegenen Bach ausläuft.
In dieses Gebiet fahren 6 Jugendliche, die dann auch schnell auf die zwischenzeitlich zu Zombies mutierten Biber treffen und um das knapp bekleidete Überleben kämpfen.

Die Dialoge in Zombiber sind stimmig aber auch recht platt und regelmäßig unter der Gürtellinie, was aber an dem Abend super gut zum Publikum passte. Wir haben Tränen gelacht.

Es gab, passend zum Genre, viel Blut und Splattereffekte zu sehen. Außerdem wurde nahezu komplett auf computergenerierte Effekt verzichtet.
Stattdessen wurden mechanische Biberpuppen eingesetzt.
Das führt zwar dazu, dass die Biber mitunter eher geisterbahnhafte Bewegungen vollzogen, aber irgendwie doch alles sehr stimmig wirkte.

Bei Zombiber bin ich mir dann auch etwas unsicher, ob ich diesen Film wirklich als Trash bezeichnen möchte. Es ist eher eine gute Horror-Komödie mit starkem Trashfaktor.

Auch hier ein Trailer

So, nun bin ich @kieliscalling und @schaarsen noch ein Fazit schuldig, welches ich aber kurz fassen kann.

Ich denke, dass beide Filme ihren Charme haben und absolut sehenswert sind… sofern man solche Art von Filmen mag.
Somit gibt es für mich kein besser oder schlechter!

Aber sind wir mal ehrlich, fliegende Haie sind ja sowas von unrealistisch 😉